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Amazon Advertising

Amazon Bulk Upload: Kampagnen, Adgroups & Keywords in Minuten anlegen

Wer Amazon PPC Kampagnen manuell anlegt, verliert wertvolle Zeit. Der Bulk Upload über Sponsored Products Reports ermöglicht es, hunderte Kampagnen, Adgroups und Keywords in einem Schritt zu erstellen oder zu bearbeiten – wenn man die Regeln kennt. Besonders eine Feinheit wird dabei regelmäßig übersehen und führt zu Fehlern.

Was ist der Amazon Bulk Upload?

Der Amazon Bulk Upload ist ein Tool innerhalb der Amazon Advertising-Konsole, das unter Tools → Bulk Operations zu finden ist. Es erlaubt das massenhafte Erstellen, Bearbeiten und Löschen von Kampagnen, Adgroups, Keywords, Produktanzeigen und Negatives – alles über eine einzelne Excel-Datei im .xlsx-Format mit bis zu 10.000 Zeilen pro Upload.

Unterstützte Kampagnentypen sind Sponsored Products, Sponsored Brands und Sponsored Display. Jeder Typ hat seine eigene Bulk-Vorlage mit leicht unterschiedlichen Pflichtfeldern – die grundlegende Logik ist jedoch identisch.

Statt jede Kampagne einzeln im Interface anzulegen, lässt sich mit dem Bulk Upload in der Zeit, die man sonst für fünf Kampagnen benötigt, eine komplette Kontostruktur mit hunderten Kampagnen ausrollen. Das ist besonders relevant beim Aufbau neuer Konten, beim Skalieren erfolgreicher Strukturen auf neue Märkte oder beim systematischen Testen von Kampagnenvarianten.

Praxishinweis

Der Bulk Upload ist das Standard-Tool für jeden PPC-Manager, der mehr als 20–30 Kampagnen verwaltet. Unterhalb dieser Schwelle mag das Interface ausreichen – darüber wird manuelles Anlegen zur Zeitverschwendung und fehleranfälligen Routinearbeit.

Die Bulk-Datei: Aufbau und Spalten

Die Bulk-Datei ist eine strukturierte Excel-Tabelle, in der jede Zeile eine Entität (Campaign, Ad Group, Keyword, Product Ad) und eine Operation (create, update, delete) beschreibt. Die wichtigsten Spalten im Überblick:

  • Entity – Typ der Zeile: Campaign, Ad Group, Keyword, Product Ad, Negative keyword, Campaign negative keyword
  • Operation – Aktion: create, update oder delete
  • Campaign ID – Eindeutige Identifikation der Kampagne (bei Create: Kampagnenname, bei Update/Delete: echte Amazon-ID)
  • Campaign Name – Lesbarer Kampagnenname
  • Campaign Daily Budget – Tagesbudget in der Kontowährung
  • Targeting Typemanual oder auto
  • Ad Group Name – Name der Adgroup
  • Ad Group ID – Identifikation der Adgroup (bei Create: Adgroupname)
  • Default Bid – Standardgebot der Adgroup
  • Keyword – Keyword-Text
  • Match Typebroad, phrase, exact, negativePhrase, negativeExact
  • Bid – Gebot auf Keyword-Ebene (überschreibt Default Bid)
  • Statusenabled oder paused
  • ASIN – Nur bei Product Ads: die beworbene ASIN
Tipp

Exportieren Sie zuerst eine bestehende Kampagne über Bulk Operations → Bulk Download. So sehen Sie das exakte Spaltenformat und können die Vorlage direkt als Basis für neue Einträge verwenden – das verhindert Formatierungsfehler beim Upload.

Create vs. Update vs. Delete Operationen

Die drei Operationstypen haben grundlegend unterschiedliche Anforderungen. Wer den Unterschied nicht kennt, bekommt fehlerhafte Uploads oder – noch schlimmer – stillen Misserfolg ohne Fehlermeldung.

Create

Erstellt eine neue Entität. Alle Pflichtfelder müssen ausgefüllt sein. Da die Entität noch nicht existiert, gibt es keine echte Amazon-ID – wie das System damit umgeht, ist das Herzstück des nächsten Abschnitts.

Update

Ändert eine bestehende Entität. Nur die zu ändernden Felder müssen befüllt sein, plus die ID der Entität. Nicht ausgefüllte Felder bleiben unverändert. Typische Update-Anwendungen: Gebote anpassen, Status ändern, Budget erhöhen.

Delete

Archiviert eine Entität dauerhaft. Amazon nutzt "Archivieren" statt "Löschen" – einmal archivierte Kampagnen lassen sich nicht reaktivieren. Nur die IDs der zu löschenden Entitäten werden benötigt.

Wichtig

Bei Update- und Delete-Operationen wird die tatsächliche Amazon-ID benötigt – nicht der Name der Entität. Diese numerischen IDs sind nur durch den Export einer bestehenden Kampagne zu ermitteln. Wer versucht, einen Kampagnennamen als ID bei Update einzutragen, bekommt einen "Entity not found"-Fehler.

Das kritische Detail: Campaign ID bei Create-Operationen

Dies ist der häufigste Stolperstein beim Amazon Bulk Upload – und gleichzeitig das Wissen, das erfahrene PPC-Manager von Einsteigern unterscheidet.

Bei einer Create-Operation für eine neue Kampagne existiert noch keine Campaign ID auf Amazon. Amazon hat der Kampagne noch keine interne Identifikationsnummer vergeben, weil sie noch nicht im System ist. Was also in das Feld "Campaign ID" eintragen?

Die Antwort: Den Kampagnennamen. Wenn Operation = create ist, muss die Campaign ID mit dem Campaign Name übereinstimmen. Amazon erkennt dadurch, dass es sich um eine neue Kampagne handelt, und kann die zugehörigen Adgroup- und Keyword-Zeilen korrekt zuordnen.

Das gleiche Prinzip gilt eine Ebene tiefer für Adgroups: Bei einer neuen Adgroup (Operation = create) muss die Ad Group ID dem Ad Group Namen entsprechen. Erst nach dem erfolgreichen Upload vergibt Amazon die echten numerischen IDs, die man beim nächsten Export sieht.

Warum funktioniert das? Amazon nutzt die ID-Felder im Bulk-Dokument intern als temporären Schlüssel zur Verknüpfung von Zeilen innerhalb der Datei. Wenn eine Keyword-Zeile dieselbe Campaign ID und Ad Group ID trägt wie die übergeordneten Campaign- und Ad-Group-Zeilen, weiß Amazon: dieses Keyword gehört zu genau dieser Kampagne und dieser Adgroup. Nach dem Upload werden die echten IDs generiert und alle Entitäten korrekt miteinander verknüpft.

Diese interne Referenzlogik bedeutet auch: Die temporären IDs müssen innerhalb der Bulk-Datei konsistent sein. Wenn eine Kampagne in der Campaign-Zeile die Campaign ID "Meine-Kampagne-1" hat, müssen alle zugehörigen Adgroup- und Keyword-Zeilen ebenfalls "Meine-Kampagne-1" als Campaign ID tragen.

Entity Operation Campaign ID Campaign Name Ad Group Name Ad Group ID Keyword Match Type Bid Status Campaign create Meine-Kampagne-1 Meine-Kampagne-1 enabled Ad Group create Meine-Kampagne-1 Meine-Kampagne-1 Broad-Adgroup-1 Broad-Adgroup-1 enabled Keyword create Meine-Kampagne-1 Meine-Kampagne-1 Broad-Adgroup-1 Broad-Adgroup-1 laufschuhe broad 0.75 enabled Keyword create Meine-Kampagne-1 Meine-Kampagne-1 Broad-Adgroup-1 Broad-Adgroup-1 sneaker broad 0.75 enabled

In diesem Beispiel ist "Meine-Kampagne-1" sowohl Campaign ID als auch Campaign Name. Die Adgroup-Zeile referenziert die Kampagne über dieselbe Campaign ID. Die Keyword-Zeilen referenzieren sowohl Kampagne als auch Adgroup über ihre jeweiligen IDs – die in diesem Fall den Namen entsprechen.

Der häufigste Fehler

Die Campaign ID bei Create leer lassen oder eine beliebige Zahl eintragen. Amazon kann dann die Verknüpfung zwischen Campaign-, Adgroup- und Keyword-Zeilen nicht herstellen und gibt einen Fehler aus – oder schlimmer: die Zeilen werden einzeln hochgeladen, aber die Zuordnung stimmt nicht. Keywords landen in keiner Adgroup, Adgroups existieren ohne Kampagne.

Kampagnen per Bulk anlegen – Schritt für Schritt

Mit dem richtigen Verständnis der Create-Logik ist der Prozess geradlinig. Hier der komplette Ablauf vom leeren Blatt bis zum erfolgreichen Upload:

  • Amazon Advertising öffnen → Tools → Bulk Operations → Bulk download. Laden Sie eine Vorlage für den gewünschten Kampagnentyp herunter (Sponsored Products, Sponsored Brands oder Sponsored Display). Die Vorlage enthält alle Spaltenköpfe im korrekten Format.
  • Neue Kampagnen-Zeilen einfügen: Entity = Campaign, Operation = create, Campaign ID = Ihr Kampagnenname, Campaign Name = Ihr Kampagnenname, Campaign Daily Budget (z.B. 20), Targeting Type = manual oder auto, Status = enabled. Lassen Sie alle Adgroup- und Keyword-spezifischen Felder leer.
  • Adgroup-Zeilen hinzufügen: Entity = Ad Group, Operation = create, Campaign ID = der Kampagnenname aus Schritt 2, Campaign Name = Kampagnenname, Ad Group Name = Ihr Adgroupname, Ad Group ID = Ihr Adgroupname, Default Bid = Standardgebot, Status = enabled.
  • Keyword-Zeilen eintragen: Entity = Keyword, Operation = create, Campaign ID = Kampagnenname, Ad Group Name = Adgroupname, Ad Group ID = Adgroupname, Keyword = Keyword-Text, Match Type = broad/phrase/exact, Bid = Gebot, Status = enabled.
  • Datei speichern als .xlsx (nicht .csv oder .xls). Achten Sie darauf, dass Excel keine automatischen Formatierungen vornimmt – besonders bei numerischen Feldern wie Bid und Budget.
  • Upload durchführen: Bulk Operations → Upload → Datei auswählen → Hochladen. Amazon verarbeitet die Datei und zeigt nach wenigen Minuten eine Zusammenfassung mit Erfolgen und Fehlern.

Adgroups und Keywords hinzufügen

Für eine saubere Kampagnenstruktur empfiehlt sich pro Kampagne mindestens eine Adgroup pro Match-Type-Gruppe. So lassen sich Gebote und Berichte sauber trennen.

Nach dem Campaign-Block in der Datei folgen die Adgroup-Zeilen. Jede Adgroup referenziert ihre übergeordnete Kampagne über die Campaign ID. Dann folgen die Keyword-Zeilen: jede Keyword-Zeile trägt sowohl die Campaign ID (= Kampagnenname) als auch die Ad Group ID (= Adgroupname).

Bei mehreren Kampagnen in einer einzigen Bulk-Datei empfiehlt sich eine klare Sortierung: erst alle Zeilen von Kampagne 1 (Campaign → Ad Group(s) → Keywords), dann Kampagne 2 usw. Das ist technisch nicht zwingend, macht aber die Fehlersuche erheblich einfacher.

Für jedes Keyword geben Sie Match Type und Bid an. Das Keyword-Gebot überschreibt das Default Bid der Adgroup. Wenn Sie kein Keyword-spezifisches Gebot setzen möchten, tragen Sie nichts ein – Amazon verwendet dann das Default Bid.

Tipp: Negative Keywords

Negative Keywords funktionieren genauso wie reguläre Keywords – nur Entity = Negative keyword (auf Adgroup-Ebene) oder Campaign negative keyword (auf Kampagnenebene), und Match Type = negativeExact oder negativePhrase. Das Feld Bid bleibt leer. Negative Keywords können in derselben Bulk-Datei wie die regulären Keywords angelegt werden.

Häufige Fehler und Fehlermeldungen

Amazon gibt nach dem Upload eine Ergebnisdatei aus, in der jede Zeile als erfolgreich oder fehlgeschlagen markiert ist. Die häufigsten Fehlerquellen:

  • Campaign ID bei Create ≠ Campaign Name → "Entity not found"-Fehler. Adgroups und Keywords können nicht der Kampagne zugeordnet werden.
  • Ad Group ID bei Create ≠ Ad Group Name → Keywords landen in keiner Adgroup oder werden komplett abgelehnt.
  • Match Type falsch geschrieben oder falsch groß/klein → "Invalid value for Match Type"-Fehler. Amazon akzeptiert nur broad, phrase, exact in Kleinbuchstaben.
  • Bid unter dem Mindestgebot (meist 0,02 €) → Upload-Fehler für die betroffene Zeile. Das Mindestgebot variiert je nach Marktplatz und Kampagnentyp.
  • Fehlende Pflichtfelder → Zeile wird stillschweigend übersprungen ohne explizite Fehlermeldung. Besonders tückisch: man denkt der Upload war erfolgreich, aber Teile der Struktur fehlen.
  • Falsche Währung oder Dezimaltrennzeichen → Je nach regionaler Excel-Einstellung werden Kommas oder Punkte als Dezimaltrennzeichen interpretiert. Amazon erwartet einen Punkt (0.75, nicht 0,75).
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